STETTIN



Plakat gesehen in Berlin

Eigentlich habe ich ein gutes Orientierungsvermögen und finde mich in fremden Städten relativ schnell zurecht. Aber keine Stadt bereitet mir in dieser Hinsicht soviele Probleme, wie Stettin. Dabei war ich in den letzten zehn Jahren mehr als hundertmal dort! Das Stadtzentrum hat den Krieg relativ unbeschadet überstanden, und deshalb sehen alle Straßen irgendwie gleich aus. Das gilt auch für die vielen Kreisverkehre, bei denen man Mühe hat, von den vielen Ausfahrten die richtige zu finden. Auch Straßennamen sind wenig hilfreich, da sie oft sehr lang und für westliche Besucher unaussprechlich und daher kaum merkbar sind. Mit ein Grund für die Orientierungsschwierigkeiten liegt sicher in der Anlage des Straßennetzes der Altstadt: Wie auf dem alten Stadtplan ersichtlich, gleicht das Ganze einem riesigen Spinnennetz mit dem Plac Grunwaldski (ehemals Kaiser-Wilhelm-Platz) in der Mitte.

Die "Hakenterasse" um 1900 ...

... und heute



Stettin (polnisch Szczecin) ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern und liegt 120 km nordöstlich von Berlin an der Odermündung zum Stettiner Haff. Stettin ist einer der größten Seehäfen des Ostseeraumes und siebtgrößte Stadt der Republik Polen. Sie beherbergt mehrere private Hochschulen sowie drei staatliche Universitäten, darunter die Universität Stettin, und ist zusammen mit Kamien Pomorski Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Stettin-Cammin.
Was ist sehenswert?
Die Stadt bietet eine Vielzahl touristischer Sehenswürdigkeiten aus diversen Epochen, wie das Schloss der pommerschen Herzöge, die gotischen Stadtkirchen oder die berühmte Hakenterrasse. Die Anlage des noch größtenteils erhaltenen weiträumigen Stadtzentrums mit den sternenförmigen Plätzen orientierte sich am Pariser Vorbild.
Szczecin ist mit seinen ca. 420.000 Einwohnern die größte Stadt im nordwestlichen Polen. Im Krieg wurde der alte Stadtkern fast vollständig zerstört, und die von den Bomben gerissenen Lücken - wenn überhaupt - mit eintönigen, grauen Betonbauten geschlossen.
Wechselvolle Geschichte
Die Geschichte der Stadt ist durch den Hafen und den Handel geprägt. Bereits im 8. Jahrhundert gab es auf einer Anhöhe am Steilufer der Oder eine befestigte Slawensiedlung. Als 1278 Stettin der Hanse beitrat, lebte hier schon eine große Zahl deutscher Siedler. Im Jahr 1630 nahmen die Schweden die Stadt ein und verkauften sie knapp ein hundert Jahre später an Preußen. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert erlebte Stettin einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und entwickelte sich zu einer modernen Großstadt. Der Seehafen wurde erweitert und an die Bedürfnisse des Zeitalters der Industrialisierung angepasst.
Die Stettiner Werft, seit 2002 Neue Stettiner Werft, war eine bedeutende Schiffswerft in Polen. Das zu den größten europäischen Werften gezählte Unternehmen befindet sich seit Mai 2009 in Liquidation und beendete damit eine mehr als 150-jährige Schiffbautradition in Stettin.





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